"Ein persönliches „Geschenk“

Judith Steigerwald, Krankenschwester im Einsatz in Tansania

Als ich Judith Steigerwald am Telefon zum bevorstehenden medmissio-Jubiläum interviewe, ist sie aufgeregt. In zwei Tagen geht es nach Mwanza an das Bugando Hospital im tansanischen Mwanza. Die junge Krankenschwester kennt das Krankenhaus von einem früheren Einsatz, aber diesmal hat sie vor, nicht nur ein paar Monate dort zu verbringen, sondern mindestens ein Jahr.

In die Angst vor dem Abschied von Familie und Freunden mischt sich jedoch Neugierde auf die neue Herausforderung. Als ich Judith Steigerwald erzähle, dass sich Missionsärztinnen und -ärzte früher zum zehnjährigen Einsatz in der Mission verpflichtet haben und viele ihr Engagement mit dem Leben bezahlten, staunt sie. Und findet, dass es ihr ja vergleichsweise gut gehe. Immerhin sei sie anders als ihre Vorgängerinnen und Vorgänger der ersten Stunde in der glücklichen Lage, Familie und Freunde wenigstens per Mail und Skype zu treffen.

„Die Dinge langsamer angehen“

Wie gesagt, die Freude auf Tansania überwiegt – nicht nur über neue berufliche Herausforderungen, sondern auch über das einfachere Leben, das sie erwartet. „Es gibt weniger Optionen, was kein Nachteil ist. Wenn ich einkaufen gehe, brauche ich keine 50 Meter langen Regale mit Nudeln“, nennt sie ein Beispiel. Man lerne, sich nicht über alles aufzuregen, die Dinge langsamer anzugehen. „Meine tansanischen Kollegen lernen vielleicht von mir, dass mehr Organisation das Leben leichter machen kann“, meint sie.

Kein Präsentkorb zum runden Geburtstag

Medmissio wünscht Judith Steigerwald zum runden Geburtstag, dass es nicht nachlässt in seinem Engagement für mehr Gesundheit im Süden, und dass es dafür immer genügend Mitstreiter und Unterstützer hat. Und was würde sie dem Jubilar schenken, wenn er eine Person wäre? „Auf keinen Fall einen Präsentkorb, weder Rollstuhl noch Rollator.“ Dafür sei medmissio noch viel zu fit. Judith Steigerwald überlegt noch kurz und meint dann, sie schenke sich ja im Jubiläumsjahr quasi sich selbst, wenn si sich in Mwanza engagiere.

Elke Blüml

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