Programm gegen Chagas

Chagas ist eine tropische Armutserkrankung, mit der nach Schätzungen der WHO weltweit rund acht Millionen Menschen infiziert sind. In Südamerika ist Chagas vor allem für die indigene Bevölkerung ein großes Problem. Das Missionsärztliche Institut engagiert sich in der Sierra Nevada Kolumbiens für die Gesundheit der Indigenen.

Ein ganzheitlicher Ansatz

Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung fördert das Projekt: “Colombia-Germany research program on diagnostics, research, treatment and prevention of Chagas Disease (CD) and emerging infectious diseases in vulnerable groups” mit einem Gesamtvolumen von rund 1,3 Mio Euro. Um einen ganzheitlichen Anspruch umzusetzen, besteht das Projekt aus drei Hauptsäulen:

  1. Der medizinischen Versorgung der indigenen Bevölkerung, die ein Chagas-Screening, eine Behandlung und Nachsorge sowie die medizinische Versorgung sonstiger Erkrankungen beinhaltet.
  2. Der Surveillance, die Überträgertiere wie z.B. Raubwanzen klassifiziert und bekämpft und die Regionen nach Risiko kartographiert und
  3. Der Lehre, die Wissen über Chagas und andere fieberhafte Erkrankungen, sowie allgemeine Hygiene u.a. Themen vermittelt.

Bereits jetzt konnte festgestellt werden, dass 30-50% der Bevölkerung in den Dörfern Chagas-positiv sind. Die Erkrankung führt vorzugsweise durch Herzkomplikationen zum vorzeitigen Tod vor allem bei jungen Menschen. In der Surveillance finden sich Befall-Indices der Überträgertiere von bis zu 20%, wobei bereits 1% laut den kolumbianischen Richtlinien höchste Alarmbereitschaft bedeutet. Damit die Indigenen autonom werden können, vermitteln wir wichtiges Wissen zum Thema Prävention und bilden Multiplikatoren, Sprayer, Surveillancemitarbeiter und Laborpersonal etc. aus.
Simone Kann

Mehr dazu hier: https://www.ekfs.de/aktuelles/presse/welttag-gegen-vernachlaessigte-tropenkrankheiten

 

 

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