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„Hilfe für Arme und Kranke weltweit“ – die Geschichte des Instituts

 

 „Arme und Kranke sollen durch uns in aller Welt Heilung und Hilfe finden!“. Unter diesem Motto, geprägt von seiner zehnjährigen Missionserfahrung als Apostolischer Präfekt in Assam/Indien, wirbt der Gründungsdirektor und Salvatorianerpater Christoph Becker nach dem Ersten Weltkrieg unermüdlich für die Gründung eines Missionsärztlichen Instituts. Sein Zweck: die „fachgemäße Ausbildung und missionarische Vorbereitung katholischer Ärzte und Ärztinnen sowie Studenten und Studentinnen der Medizin“.

Am 3. Dezember 1922, dem Fest des Indienmissionars und Jesuiten Hl. Franz Xaver, ist es soweit. Verschiedene Missionsvereine und Missionierende Orden rufen in Würzburg das Katholische Missionsärztliche Institut ins Leben. Bereits kurze Zeit später beginnen in Kooperation mit dem Würzburger Juliusspital die ersten Krankenpflegekurse für Missionsschwestern und Schulungswochen für Missionare vor der Ausreise. Die ersten elf Mediziner und drei Medizinerinnen legen 1925 vor dem Würzburger Bischof Ehrenfried ihren Missionseid für einen zehnjährigen Einsatz ab.

1922/23Krankenpflegekurse für Missionsschwestern und Schulungswochen für Missionare vor der Ausreise in Kooperation mit dem Würzburger Juliusspital. 
1925Am 6. Januar legen die ersten elf Mediziner und drei Medizinerinnen ihren Missionseid für einen zehnjährigen Einsatz vor dem Würzburger Bischof Matthias Ehrenfried ab. 
1928/1930Am 3. Dezember wird das neu errichtete Gebäude in der Salvatorstraße für 60 Medizinstudenten durch den Apostolischen Nuntius von München eingeweiht. 
1930wird das Gebäude in der Friedenstraße für die Unterbringung der Missionsmedizinerinnen erworben. 
1931Formelle Gründung und staatliche Anerkennung des neu geschaffenen Vereins „Katholisches Missionsärztliches Institut Würzburg“, dem neben der Superiorenkonferenz der missionierenden Orden sechs repräsentative Missionsverbände angehören. 
1937Am 30. März stirbt der Gründungsdirektor. – In den 15 Jahren seines Bestehens hat das Missionsärztliche Institut bereits 37 Ärzte und Ärztinnen nach Afrika, Indien und China ausgesandt und zählt 150 Mitglieder, mehr als 500 Missionare haben die medizinischen Schulungskurse besucht. 
1939Der neue Direktor, Dominikanerpater P. Karl Bosslet, sendet bis zum Kriegsausbruch weitere neun Ärzte und Ärztinnen aus.. 
1945Während des Zweiten Weltkriegs ruht die Missionsärztliche Arbeit weitgehend. Viele Missionsmediziner werden zum Kriegsdienst eingezogen. Etliche im Ausland tätige Ärzte werden teilweise mit ihren Familien interniert, manche können weiterarbeiten, sind aber völlig von der heimatlichen Unterstützung abgeschnitten. 
1952Gründung der Missionsärztlichen Klinik im institutseigenen Gebäude, das nach dem Krieg als chirurgische Abteilung des zerstörten Juliusspitals diente. 
1953Gründung der Gemeinschaft der Missionshelferinnen (GMH) unter Direktor P. Eugen Prucker OSA, um in Gemeinschaftsarbeit auch größere Aufgaben auf längere Sicht zu übernehmen. 
1957In den 50er Jahren Gründung institutseigener Hospitäler in Indien, Pakistan und Rhodesien auf Wunsch der dortigen Missionsbischöfe. Aussendung von Schwestern der GMH und von Ärztinnen und Ärzten. 
1965Übernahme der Leitung des Instituts durch P. Dr. Urban Rapp OSB. Innere Konsolidierung und ideelle Vertiefung auf der Grundlage der Beschlüsse des Zweiten Vatikanischen Konzils über die Kirche in der Welt von heute. 
1968In den gesamten 60er und 70er Jahren Mithilfe beim Aufbau und der Weiterentwicklung zahlreicher diözesaner Hospitäler und Gesundheitsstationen, vor allem in Nigeria, Ghana, Tansania, Zaire, Rhodesien, Südwestafrika und Südafrika, meist auf der Basis von Drei- oder Mehrjahresverträgen. 
1971Neufassung der Institutssatzung und Umbenennung in „Verein für ärztlichen Dienst in Übersee – Missionsärztliches Institut Würzburg“. 
1975Gründung der institutseigenen Zeitschrift „Heilung & Heil“ mit regelmäßigen Berichten von Missionsärzten und über die Arbeit in Würzburg durch P. Dr. Urban Rapp OSB.
Seit Mitte der 70er Jahre Aufbau des Missionsärztlichen Bundes (Ärztinnen/Ärzte und einer Vielzahl weiteren medizinischen Personals), die sich auf Zeit oder lebenslang dem missionsärztlichen Dienst verpflichten.
 
1986Gemeinsam mit dem Deutschen Aussätzigen Hilfswerk Gründung des Armauer Hansen Instituts mit einem Schulungslabor für angepasste Technologie im Gesundheitswesen. In den Folgejahren finden zahlreiche Kurse in angepasster Technologie, Malaria Diagnostik, Parasitologie etc. statt. 
1987Prof. Dr. Klaus Fleischer, Chefarzt der tropenmedizinischen Abteilung der Missionsärztlichen Klinik, gründet im Auftrag des Katholischen Hilfswerks Misereor die Arbeitsgruppe „Aids und Internationale Gesundheit“ zur Bekämpfung der sich weltweit ausbreitenden Aids-Pandemie. Seit Mitte der 80er Jahre Zusammenarbeit mit dem Infusionsprojekt der evangelisch-lutherischen Kirche in Moshi/Tansania. 
1994Unter dem Vorsitzenden des Vereins Missionsärztliches Institut, dem Seelsorge- und Missionsbeauftragten der Diözese Würzburg Prälat Heinz, übernimmt ein Laientheologe, Karl-Heinz Hein-Rothenbücher, die Geschäftsführung des Instituts. Die in der Zwischenzeit weiter entwickelte Missionsärztliche Klinik wird als GmbH vom Missionsärztlichen Institut abgekoppelt, das mit 80 Prozent Gesellschafter der Klinik wird. 
1996Neufassung der Institutssatzung, Neugestaltung des Organigramms des Instituts, Auflösung des Missionsärztlichen Bundes, Einführung der persönlichen neben der korporativen Mitgliedschaft und Einführung von Delegierten der persönlichen Mitglieder, die letztere in der jährlichen Vertreterversammlung vertreten. Gründung der Arbeitsgruppe „Not- und Katastrophenhilfe“ mit dem Ziel der Zusammenarbeit mit Caritas international und anderen Organisationen. 
1997Feier des 75jährigen Bestehens des Missionsärztlichen Instituts. Es hat inzwischen insgesamt fast 300 Ärztinnen/ Ärzte sowie Krankenschwestern und andere medizinische Fachkräfte für Dauereinsätze in Länder des Südens gesandt. Die Mitarbeiter/innen der Arbeitsgruppen in Würzburg beraten und begleiten zahlreiche Projekte in Afrika, Asien und Südamerika. Nach Beendigung des zehnjährigen Vertrags mit Misereor für die Arbeitsgruppe HIV/Aids wird deren Arbeit auf andere katholische Werke sowie auf Organisationen der Zivilgesellschaft ausgedehnt. 
1998Die Sommerakademie zur Einführung in Tropenkrankheiten und Gesundheitsprobleme in Entwicklungsländern für Medizinstudenten deutscher Universitäten findet erstmals statt und wird jährlich wiederholt. 
2002Prof. Dr. Klaus Fleischer wird Vorstandsvorsitzender. 
2003Beginn der Kooperation mit der Medical School Bugando des Katholischen University College in Mwanza/Tansania. Die seit Jahren bestehenden Seminare und Kurse der Arbeitsgruppen, hauptsächlich für ausreisende Entwicklungshelfer, werden erweitert. 
2006Das vom Institut bereits 2004 übernommene Armauer-Hansen-Institut wird in Hanna-Decker-Haus umbenannt. Es trägt den Namen der in den 80er Jahren in Simbabwe ermordeten Missionsärztin Dr. Hanna Decker. Es beherbergt jetzt alle Arbeitsgruppen, die in zwei Teams aufgeteilt werden:
Team 1: Gesundheitsdienste, HIV/Aids, Public Health
Team 2: Tropenmedizin, angepasste Technologie, humanitäre Zusammenarbeit und klinische Kooperationen.
Privatdozent Dr. August Stich löst Professor Dr. Klaus Fleischer als Vorsitzender des Missionsärztlichen Instituts ab. Die Zahl der Mitglieder liegt bei 464.
 
2008Prof. Dr. August Stich wird zum 1. Vorsitzenden gewählt. 
2011Prof. Dr. August Stich wird bei den Vorstandswahlen in seinem Amt bestätigt. 
2013Geschäftsführer Karl-Heinz Hein-Rothenbücher geht in den Ruhstand. Sein Nachfolger wird der Diplomtheologe Michael Kuhnert. 
 
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