Missionsärztliches Institut

Corona verschärft die lange bestehende Krise des Gesundheitssystems

Würzburg (MI) Das Missionsärztliche Institut sorgt sich angesichts der Corona-Pandemie um die Bevölkerung Lateinamerikas. Laut Geschäftsführer Michael Kuhnert trifft das Virus nicht nur die Slumbewohner in den Großstädten, sondern wütet mittlerweile vor allem auch auf dem Land. Dort treffe es auf Menschen mit geschwächtem Immunsystem. Zu den Ursachen gehörten Armut, fast schon chronische Leiden an Infektionskrankheiten sowie Mangelernährung.

Zu wenig Krankenhauspersonal

Die primäre Gesundheitsversorgung der Landbevölkerung sei schon zu normalen Zeiten unzureichend, so Kuhnert weiter. Er befürchtet, dass die ohnehin fragilen Gesundheitssysteme durch Corona zusammenbrechen. „Gerade die Gesundheitsposten und Krankenhäuser auf dem Land haben zu wenig geschultes Personal, es fehlt an Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten.“ Oft sei die Landbevölkerung zudem nicht ausreichend mit Strom und Trinkwasser versorgt.

Medikamente fehlen

Nach den Worten des Geschäftsführers arbeiten in den Gesundheitsposten Krankenschwestern und Krankenpfleger oder angehende Ärzte in ihrem Anerkennungsjahr, dem sogenannten año rural, sowie meist schlecht bezahlte oder ehrenamtlich tätige Gesundheitspromotoren. „Es braucht eine verbesserte Medikamentenversorgung und bessere Programme gegen chronische Erkrankungen und Tropenkrankheiten wie Dengue, Zika und Chikungunya. Und jetzt kommt auch noch Corona hinzu“, sagt Kuhnert.

Das Missionsärztliche Institut unterstützt zusammen mit dem Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat Projekte zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung für die Landbevölkerung. Laut Adveniat ist Lateinamerika mit mehr als zwei Millionen Infizierten das Epizentrum der Corona-Pandemie. Allein Brasilien zähle über eine Million Infizierte und mehr als 50.000 Tote.

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