Missionsärztliches Institut

Indische Schwestern unterstützen die um Chetpet lebenden Irular.

Die Generalleiterin der Medical Mission Congregation of Bangalore (vormals Medical Mission Secular Institute), Schwester Maria Rathinam, schreibt von einer „schweren Zeit voller großer Herausforderungen“. In ihrer jüngsten Nachricht an das Missionsärztliches Institut schildert die Schwester, die auch Krankenhauschefin des St. Thomas Hospital & Leprosy Center in Chetput/Tamilnadu ist, wie die Gemeinschaft den Menschen in ihrer unmittelbaren Umgebung beim täglichen Kampf ums Überleben hilft.

Am meisten berühre sie die Situation der Irular, Indigener, die rund um Chetpet leben. Sie habe alle Familien besucht und feststellen müssen, dass deren Lage verzweifelt ist. Laut Maria Rathinam haben die Schwestern außer Lebensmitteln den Menschen, die direkt hinter dem Krankenhaus leben, Solarlampen geschenkt. Als sich das Licht am Abend einschaltete, sei die Freude vor allem bei den Kindern unbeschreiblich gewesen. Seit mehr als 30 Jahren leben die Indigenen neben dem Krankenhaus, all die Jahre hätten sie kein Licht gehabt.

Einer weiteren Indigenenkolonie, deren Mitglieder über Arbeitslosigkeit klagten, konnten die Schwestern helfen. Sie haben zehn Personen als Mitarbeiter auf dem Klinikgelände angestellt. Die Frauen und Männer bekommen neben ihrem Lohn auch Lebensmittel.

Tamil Nadu ist seit Ende März im Lockdown, der immer wieder verlängert wurde und nun vorläufig bis Ende Juni gilt. Der Staat ist nach Schwester Maria Rathinams Angaben mit fast 24.000 bestätigten Fällen, 13.000 Genesenen und 18 Toten der mit dem zweihäufigsten Vorkommen von Covid-19 in Indien.

Laut Maria Rathinam ist die Krankenpflegeschule noch immer geschlossen. Die Schülerinnen haben Online-Unterricht, für den sie nicht bezahlen müssen. Die noch ausstehenden Schulgebühren bis März wollen die Schwestern den Auszubildenden erlassen, um ihre armen Familien zu entlasten.

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