Offener Brief an BioNTech und CureVac

Würzburg (MI) Das Missionsärztliche Institut hat zusammen mit deutschen Nichtregierungsorganisationen an die Impfstoffentwickler BioNTech und CureVac appelliert, die von ihnen produzierten Covid-19-Impfstoffe weltweit in ausreichenden Mengen und zu bezahlbaren Preisen zugänglich zu machen. Die Pandemie habe massive negative Auswirkungen auf Gesundheitssysteme weltweit, insbesondere in ärmeren Ländern, heißt es in offenen Briefen, die mehr als 20 Organisationen aus der Entwicklungszusammenarbeit, der globalen Gesundheit und der humanitären Hilfe unterzeichnet und am 11. Februar an die Unternehmen geschickt haben.

Millionen Menschen in Armut getrieben

Die Pandemie habe zu erheblichen ökonomischen Verwerfungen geführt, die Millionen Menschen in die Armut getrieben hätten und die Sorge vor langfristigen Hungersnöten verstärke, heißt es weiter. Das Verhalten biomedizinischer Firmen spielt nach Ansicht der Unterzeichner bei der Bekämpfung der Pandemie eine wichtige Rolle. „Gleichzeitig stellen wir fest, dass die enormen Summen öffentlicher Gelder für Grundlagenforschung, Entwicklung und Produktion, auch von der deutschen Bundesregierung, maßgeblich dazu beigetragen haben, dass Impfstoffe gegen Covid-19 überhaupt so schnell entwickelt werden konnten.“

Massive öffentliche finanzielle Unterstütung

Die massive öffentliche Unterstützung gehe mit der Verpflichtung einher, Menschen weltweit Zugang zu Covid-19-Impfstoff zu gewähren, argumentieren die Organisationen. Nach ihren Angaben wurde etwa BioNTech schon in seiner Gründungsphase durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit jeweils vier Millionen und dreizehn Millionen Euro gefördert, anschließend zudem durch das Sonderprogramm des BMBF zur Entwicklung von Impfstoffen gegen SARS-CoV-2 in Höhe von 375 Millionen Euro und durch eine Fremdkapitalfinanzierung der Europäischen Investitionsbank (EIB) von bis zu 100 Millionen Euro umfangreich unterstützt.

Produktion massiv hochfahren

Kein Unternehmen sei alleine in der Lage, effektive und sichere Impfstoffe in ausreichendem Ausmaß zu produzieren. Daher müssten jetzt sämtliche Anstrengungen unternommen werden, um die Produktionskapazitäten massiv hochzufahren, so dass alle Menschen weltweit und so schnell wie möglich zu bezahlbaren Preisen mit Covid-19-Impfstoffen versorgt werden können. Dies setze voraus, dass pharmazeutische Unternehmen, die Covid-19-Impfstoffe herstellen und dazu forschen, ihre Technologien, ihr Know-How, biologisches Material und geistige Eigentumsrechte schnellstmöglich mit anderen potenziellen Impfstoffproduzenten teilen.

Patente teilen

Die Unterzeichner fordern von BioNTech und CureVac Antworten unter anderem auf die Fragen, ob sie Technologien und Materialien einschließlich Patente, Testdaten, entsprechende Geschäftsgeheimnisse, Zelllinien und Designs durch offene Lizenzierung mit qualifizierten Herstellern teilen und einen Teil des produzierten Gesamtvolumens von Covid-19 -Impfstoffen für Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen bereitstellen werden.

 e.b. (MI)

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