Direktorin der Katholischen Sozialakademie Österreichs sprach beim Epiphanietreffen des Instituts

Würzburg (MI) Die Theologin und Armutsforscherin Magdalena Holztrattner hat davor gewarnt, Anerkennung von Leistung, Hautfarbe, einem „deutschen“ Nachnamen, Effizienz oder der „richtigen“ Religion abhängig zu machen. Die bedingungslose Liebe Gottes zu den Menschen ermögliche ihnen, sich selbst und andere in Liebe anzunehmen und ohne Vorbedingungen oder Leistungen anzuerkennen. Holztrattner, die auch Direktorin der Katholischen Sozialakademie Österreichs ist, sprach am 6. Januar vor Mitarbeitern und Mitgliedern des Missionsärztlichen Instituts in Würzburg.

Anerkennung macht laut Holztrattner Zugehörigkeit möglich. Diese wiederum sei das größte Gut, das eine Gruppe, eine Familie, eine Gesellschaft schenken könne. Nicht anerkannt zu werden, schließe aus einer Gemeinschaft aus, verletze Menschen in ihrer Würde, könne zu Einsamkeit, Zweifel an der eigenen Identität, zu existenziellem Stress sowie psychischer oder physischer Krankheit führen.

Anerkennungskonflikte wie der deutsche Streit um den Bau von Moscheen oder das österreichische Burkaverbot seien hochbrisante, weil symbolische Anerkennungskonflikte. Die Frage, wer „wir“ sind, hänge eng zusammen mit der Frage nach sozialer Anerkennung, sagte die Theologin. Wie weit sich jemand selbst in einer Gesellschaft integriert fühle, hänge direkt zusammen mit der Erfahrung, eingebunden, beteiligt, sozial gewürdigt und anerkannt zu sein.

Weihbischof Boom: Institut gibt Evangelium Hand und Fuß

Nach den Worten des Würzburger Weihbischofs Ulrich Boom bekommt das Evangelium durch das Wirken des Missionsärztlichen Instituts „Hand und Fuß“. Boom war Hauptzelebrant des vorangegangenen Gottesdienstes in der Kapelle der Missioklinik. Bei seinen Reisen im vergangenen Jahr unter anderem nach Tansania habe er immer wieder gespürt, wie wichtig das Engagement des Instituts für die Gesundheit der Menschen in Entwicklungsländern sei, ergänzte Boom.

Geschäftsführer Kuhnert: Mit dem Lamentieren aufhören

Institutsgeschäftsführer Michael Kuhnert appellierte an Mitarbeiter und Mitglieder, sich nicht von dem falschen Eindruck entmutigen zu lassen, „nach dem angeblich alle Werte verloren gegangen sind und früher alles besser war. Hören wir mit dem Lamentieren auf, reihen wir uns lieber unter jene ein, die anständig leben wollen, die ein solidarisches Herz pflegen, die für den Dialog optieren, für die Wahrheit des gegebenen Worts eintreten und die der Zukunft mit Hoffnung begegnen. Bleiben wir unseren Kooperationspartnern treu, aber vergessen wir nicht, uns auch neue Partner zu suchen. Denn es gibt so vieles, was bewahrt werden muss und es gibt noch mehr, was begonnen werden muss.“

e.b. (MI)

­