Missionsärztliches Institut

Die neue Einrichtung soll die Gesundheitsversorgung in der Region Mwanza/Tansania verbessern helfen.

Das Missionsärztliche Institut ist einer der Akteure des neu gegründeten „Else Kröner Center for Advanced Medical & Medical Humanitarian Studies Würzburg – Mwanza/Tansania“. Das von der gleichnamigen Stiftung mit 2,5 Millionen geförderte Zentrum soll in den kommenden fünf Jahren medizinisch-wissenschaftliche Aktivitäten einer Reihe von Institutionen in Würzburg und in dessen Partnerstadt Mwanza bündeln. Ziel ist, die Gesundheitsversorgung der Menschen in der Region Mwanza zu verbessern.

Unter der Leitung der Medizinischen Fakultät der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) kooperieren neben dem Missionsärztlichen Institut die Universitätsklinik Würzburg (UKW), die DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe mit den Partnerorganisationen Catholic University of Health and Allied Sciences und Bugando Medical Center in Mwanza.

Forschung und Austausch

Geplant sind unter anderem gemeinsame Forschungsprojekte, eine enge Zusammenarbeit in der klinischen Forschung sowie Austauschprogramme für Masterstudierende, Nachwuchskräfte in der Facharztausbildung sowie Doktoranden. Einen Schwerpunkt bildet dabei der Aufbau eines gemeinnützigen Programms zur Bekämpfung der Schistosomiasis, die um den Viktoriasee stark verbreitet ist.

2016 startete dazu ein gemeinsames Projekt des Missionsärztliche Instituts (MI) und der DAHW. Als Vertreter des MI sagte Dr. Andreas Müller, Schistosomiasis sei in der Region Mwanza unter den übertragbaren Erkrankungen eines der größten Probleme. An der Tropenkrankheit leiden nach seinen Angaben 70 Prozent der auf dem Land lebenden Erwachsenen und mehr als 90 Prozent der Vorschulkinder. Die heimtückische Erkrankung verursache Organschäden unter anderem an Leber, Nieren, Lunge und weiteren Organsystemen. Patienten mit Risikofaktoren müssten durch Screenings identifiziert werden, um schwere Schäden zu vermeiden.

Bessere Gesundheitsstrukturen auf der Insel Ukerewe

Auf der Insel Ukerewe am Südufer des Viktoriasees sollen laut dem Tropenmediziner die Gesundheitsstrukturen verbessert werden, indem vom lokalen Krankenhaus bis hin zur lokalen Gesundheitsstation Personal geschult wird. Man wolle künftig auch andere vernachlässigte Erkrankungen wie das Glaukom (Grüner Star) diagnostizieren und behandeln.

Darüber hinaus steht beispielsweise die verbesserte Ausbildung junger Akademiker und Kliniker sowie die Aus- und Weiterbildung von medizinischen Fachkräften zu unterschiedlichen Schwerpunkten im Vordergrund. Mindestens zehn Studierende der Humanmedizin werden an einem mehrwöchigen Austauschprogramm zwischen der Uni Würzburg und der Catholic University of Health and Allied Sciences teilnehmen. Darüber hinaus wird ein Forschungsprogramm eingerichtet, das sich auf die Doktorandenausbildung konzentriert, um die medizinische Versorgung in Mwanza weiter zu verbessern. Zudem werden Mitarbeiter der Kliniken in Mwanza und Würzburg an technischen Geräten geschult.

Die langjährige Kooperation zwischen den beteiligten Einrichtungen sei von großem Vertrauen geprägt, sagte Professor Matthias Frosch, Dekan der Medizinischen Fakultät der JMU. Auch der Austausch von Medizinstudierenden laufe sehr gut: Seit 2008 haben rund 45 Studierende aus Mwanza einen Teil ihrer klinischen Ausbildung in Würzburg absolviert. Genauso viele Studierende der JMU haben im Gegenzug von einem Aufenthalt in Mwanza profitiert.

OB Schuchardt: Großer Tag für alle Akteure

Der Würzburger Oberbürgermeister Christian Schuchardt sprach von einem großen Tag für alle Akteure. Der OB ist Schirmherr des Schistoprojekts von MI und DAHW. Seit 1966 sind Würzburg und Mwanza durch eine Städtepartnerschaft verbunden.

Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung (EKFS) – Forschung fördern. Menschen helfen.

Die gemeinnützige Else Kröner-Fresenius-Stiftung widmet sich der Förderung medizinischer Forschung und unterstützt medizinisch-humanitäre Projekte. Die Stiftung wurde im Jahr 1983 von der Unternehmerin Else Kröner gegründet und zu ihrer Alleinerbin eingesetzt. Die EKFS bezieht nahezu alle ihre Einkünfte aus Dividenden des Gesundheitskonzerns Fresenius, dessen größte Aktionärin sie ist. Bis heute hat sie rund 1.930 Projekte gefördert. Mit einem jährlichen Fördervolumen von aktuell über 50 Millionen Euro ist sie die größte Medizin fördernde Stiftung Deutschlands.

e.b. (MI)/Pressestelle Uni Würzburg

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