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Würzburg (MI) Um eine weltweite gerechte Verteilung von Impfstoffen gegen Covid-19 zu forcieren, hoffen das Missionsärztliche Institut und die Jesuiten in Deutschland auf das nächste Treffen der Welthandelsorganisation (WTO). In einem offenen Brief appellieren beide Organisationen an Bundeskanzlerin Angela Merkel und Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz, für eine zeitweise Aussetzung der Patentrechte bei dringend benötigten medizinischen Produkten zu stimmen. So könnten weltweit mehr Impfstoffe produziert werden, als es bei allen anderen derzeit vorliegenden Vorschlägen der Fall wäre, argumentieren beide Organisationen.

Mit einer Online-Petition werben die Initiatoren um Unterstützung ihres Anliegens. 

Helfen Sie mit Ihrer Unterschrift! Hier geht es zur Petition.

Am 11. und 12. März 2021 findet das nächste Treffen des TRIPS-Rates der WTO statt. Dabei sollen letzte Fragen zu einem Antrag von Südafrika und Indien geklärt werden. Bereits im Oktober hatten beide Länder vorgeschlagen, den Patentschutz für alle zur Vorbeugung, Eindämmung und Behandlung von Covid-19 notwendigen Produkte vorübergehend auszusetzen. Die WTO nennt derartige Ausnahmeregelungen „Waiver“.

Unterstützt wird der Antrag mittlerweile von über der Hälfte der WTO-Mitgliedsstaaten, von UN-Organisationen und zahlreichen Nichtregierungs-Organisationen. Gegen den Waiver ausgesprochen haben sich neben den USA Großbritannien, die Schweiz und die EU. Sie verweisen unter anderem auf die Initiative COVAX, die die nötigen Mittel bereitstellen könne. Laut Missionsärztlichem Institut und Jesuiten hätte Covax aber alleine 2021 zwischen 20 und 40 Milliarden US-Dollar zusagen müssen, um erfolgreich zu sein. Derzeit spreche nichts dafür, dass diese Summen rechtzeitig bereitgestellt würden. Zudem nütze das Geld nichts, wenn es keinen Impfstoff zu kaufen gebe.

Auch das Argument, in armen Ländern fehle es an der nötigen Infrastruktur zur Produktion und Verteilung von Impfstoffen, lassen die Initiatoren nicht gelten. In Indien etwa sitze mit dem Serum Institute der führende Produzent von COVID-19-Impfstoffen. Das zeige, dass es außerhalb der hochindustrialisierten Nationen bereits Kapazitäten zur Produktion gebe, die sich ausbauen ließen.

 e.b. (MI)

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