Gesundheitspersonal in Liberia lernt online und vor Ort, Infektionen zu verhindern

Die Akademie für Globale Gesundheit und Entwicklung (AGGE) kombiniert erstmals Online- mit Präsenzunterricht und setzt damit auf „Blended Learning“. Medizinisches Personal an drei liberianischen Krankenhäusern soll im Rahmen eines Nord-Süd-Partnerschaftsprojekts unter anderem lernen, wie Patienten durch den richtigen Einsatz von Antibiotika besser vor Infektionen geschützt werden können oder wie sich die Verbreitung von Krankenhauskeimen verhindern lässt.

Der erste Onlinekurs mit Teilnehmern aus Würzburg, Tübingen, und Liberia startet am 4. August. Träger der AGGE sind das Missionsärztliche Institut Würzburg (MI), das Deutsche Institut für ärztliche Mission (Difäm) in Tübingen und das Institut für Public Health der Universität Heidelberg.

Über die internetbasierte Trainingsplattform „Learnbox“ des MI können die Kursteilnehmer in themenbezogenen Onlineforen und Web-Seminaren Untersuchungsergebnisse teilen und Erfahrungen austauschen. Während der Präsenzphasen soll das Gelernte praktisch umgesetzt werden. Partner in Liberia ist das Christliche Gesundheitsnetzwerk.

Immer wiederkehrende Epidemien auf Kinderstationen, eine hohe Müttersterblichkeit sowie gering qualifizierte Gesundheitsfachkräfte deuten in Liberia auch nach der Ebola-Epidemie noch auf ein schwaches Gesundheitssystem hin, so die Organisatoren. Gesundheitspersonal solle im Sinne der neu entwickelten Richtlinien der staatlichen Gesundheitsbehörden weitergebildet, Standards der Infektionskontrolle nachhaltig verankert und Hygienestandards verbessert werden. Laut einer Studie würden etwa vermehrt auftretende Infektionen nach Operationen nicht mit Hygienemängeln in Verbindung gebracht.

Gefördert wird das Nord-Süd-Partnerschaftsprojekt von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) im Rahmen des „ESTHER – Hochschul- und Klinikpartnerschaftsprogramms“ des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und der Else Kröner-Fresenius-Stiftung.

­