Sr. Juliana Seelmann mit Würzburger Friedenspreis ausgezeichnet

Die Oberzeller Franziskanerin Juliana Seelmann (38) hat am Sonntag, 10. Oktober, den Würzburger Friedenspreis erhalten. Damit würdigt das Friedenskomitee nach eigener Aussage ihr langjähriges, hartnäckiges und beispielhaftes Engagement für geflüchtete Menschen. "In besonderen Härtefällen gewährte sie von Abschiebung bedrohten Frauen, gemeinsam mit ihren Mitschwestern der franziskanischen
Ordensgemeinschaft in Oberzell, Kirchenasyl."

Bei der Verleihung der mit 3.000 Euro dotierten Auszeichnung sagte Prof. Dr. August Stich, es sei etwas Besonderes, mit Juliana Seelmann und dem Team der Migrantenmedizin an der Missioklinik zusammenarbeiten zu dürfen. Sr. Juliana habe bewiesen, wie ernst sie es meint, als sie ihrem Gewissen folgend gegen bestehende Gesetze und Bestimmungen verstoßen habe und sich dafür vor Gericht behaupten müsse. „Für mich stand vor Gericht nicht Sr. Juliana als die Angeklagte, sondern die Frage, wie weit man mit seinem Gewissen und seiner Fürsorge, ja Liebe zu Menschen gehen kann, wenn diese wirklich in Not sind, wenn man durch seinen ganz persönlichen Einsatz Rettung bewirken kann. Und wie damit Friede und Gerechtigkeit ein Stück mehr Raum in der Welt bekommen“, sagte Stich.

Seelmann hatte mehreren Frauen Schutz gewährt und war dafür Anfang Juni vom Amtsgericht Würzburg wegen Beihilfe zum unerlaubten Aufenthalt verurteilt worden. Der Richterspruch ist noch nicht rechtskräftig. Den Prozess kritisierte das Komitee "als politisch gewollten Versuch, geflüchtete Menschen in großer Not und ihre engagierten Helfer zu kriminalisieren und abzuschrecken".

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